Monatsarchiv Juni 2017

News Update zur Katar-Krise

News Update zur Katar-Krise

Laut dem in Doha ansässigen Nachrichtensender Al Jazeera, hat auch der Niger seinen Botschafter aus Katar abgezogen. Dies geschah aus Solidarität mit Saudi-Arabien und seinen Verbündeten, die ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar Anfang der Woche gemeinschaftlich abbrachen.
(Quelle: http://www.aljazeera.com )

Isolation Katars

Anfang dieser Woche hatten mehrere Staaten ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar in einer koordinierten Aktion abgebrochen. Dadurch kam es zur plötzlichen Isolation Katars in der Golfregion.

Hintergrund der Isolation Katars

Hintergrund der aktuellen Krise in der Golfregion ist das Bestreben Saudi-Arabiens seine Vormachtstellung in der Region zu verdeutlichen und Katar in die Schranken zu weisen.

News Update zur Katar-Krise

News Update zur Katar-Krise

Katar-Krise ausgelöst durch eine angebliche Äußerung des Emirs von Katar

Katar-Krise - Isolation Katars durch Saudi-Arabien

Katar-Krise – Isolation Katars durch Saudi-Arabien

Die USA scheinen aktuell keinen klaren Standpunkt zu den beunruhigenden Vorgängen zu haben. So forderte Donald Trump Katar auf, seine Bemühungen im Kampf gegen den Terrorismus zu erhöhen. Dies geschah kurz nachdem der amerikanische Außenminister Rex Tillerson Saudi-Arabien und seine Verbündeten aufgefordert hat, die Isolation Katars zu lockern, da diese mögliche humanitäre Folgen habe und den Kampf gegen den IS beeinflusse.

Angela Merkel äußert Besorgnis über Katar-Krise

Parallel zu diesen Äußerungen bekundete die deutsche Kanzlerin Angela Merkel ihre Sorge über die aktuelle Entwicklung in der Golfregion und forderte alle Golfstaaten zum einheitlichen Handeln auf, um die aktuelle Krise gemeinsam zu bewältigen.

Türkei will Truppen nach Katar senden

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte, die Blockade des Emirates zu beenden, nachdem am Mittwoch das türkische Parlament beschlossen hatte, türkische Truppen nach Katar zu entsenden. Wann die Entsendung der Truppen auf den türkischen Militärstützpunkt in Katar erfolgt wurde noch nicht geklärt.

Weitere Informationen zu den Hintergründen der aktuellen Katar-Krise sind im folgenden Artikel verlinkt: » Hintergründe der aktuellen Katar-Krise

(Quelle: http://www.aljazeera.com )

Russischer Hackerangriff als Ursache der Katar-Krise

Russische Hacker als Grund der Katar-Krise

Laut Berichten von CNN (http://www.cnn.com) vermuten amerikanische Ermittler russische Hacker als Ursache der aktuellen Krise am Persischen Golf. Laut offiziellen Mitteilungen unterstützt ein FBI-Team die Regierung Katars bei der Aufklärung der Hackerattacke.

CNN - russische Hacker verantwortlich für Krise im Nahen Osten

CNN – russische Hacker verantwortlich für Krise im Nahen Osten (Quelle: http://edition.cnn.com)


Als Hintergrund der Attacke wird vermutet, dass Russland gezielt die Allianzen der USA und deren Außenpolitik im arabischen Raum untergraben will.

Untersuchungen des Hackerangriffes durch FBI dauern an

Laut einem Vertreter der katarischen Regierung dauern die Untersuchungen bezüglich der Fake-News zum aktuellen Zeitpunkt an. Mögliche Untersuchungsergebnisse werden umgehend veröffentlicht. Der katarische Außenminister Sheikh Mohammed Bin Abdulrahman al-Thani äußerte gegenüber CNN, dass das FBI den Hackerangriff bestätigt hat.

Gezielte Destabilisierung Katars

Weiterhin geht der katarische Außenminister davon aus, dass Katar mit diesem Hackerangriff gezielt destabilisiert werden sollte.

Sheikh Mohammed Bin Abdulrahman al-Thani zur Katar-Krise im Nahen Osten

Sheikh Mohammed Bin Abdulrahman al-Thani zur Katar-Krise im Nahen Osten (Quelle: https://twitter.com)

Hamsterkäufe in Katar

Hamsterkäufe in Katar

Laut Aussage des katarischen Kabinetts werden die See- und Luftverbindungen für den Import und Versendungen geöffnet bleiben. Ebenso äußerte das Kabinett, dass es alle nötigen Vorkehrungen getätigt habe, um das normale Leben in Katar zu gewährleisten.
Original-Zitate laut Doha News:
„Marine and air spaces will remain open for import and movement.”
“we took all the necessary precautions to ensure normal life.”
(https://dohanews.co/ )

Hamsterkäufe in Carrefour-Supermärkten

Trotz der Äußerungen des katarischen Kabinetts kam es in Katar zu Hamsterkäufen. Besonders nachgefragte Produkte waren Reis, Wasser und Milch. Mit diesen Produkten deckten sich die Einwohner Katars vor allem in den beliebten Carrefour-Supermärkten ein.

Besucher in einem Carrefour-Supermarkt in Doha (Katar)

Besucher in einem Carrefour-Supermarkt in Doha (Katar)

Carrefour Doha (Katar)

Carrefour Doha (Katar)

Keine Lebensmittelexporte mehr über die Grenze zu Saudi-Arabien

Die Grenzverbindung von Katar zu Saudi-Arabien ist die einzige Landverbindung Katars. Über diese wurde ein Großteil der Lebensmittel nach Katar eingeführt. Welche Auswirkungen die Schließung der Grenze durch Saudi-Arabien zu Katar auf das normale Leben in Katar haben wird, ist aktuell noch nicht absehbar.

Flugreisen nach Doha gestoppt

Auswirkungen der Isolation Katars auf Flugreisen nach Doha

Als erste konkrete Auswirkung der diplomatischen Krise in der Golfregion um Katar sind die deutlichen Einschränkungen im Luftreiseverkehr aufzuführen. So haben einige der beteiligten Länder ein Flugverbot für die katarische Fluglinie Qatar Airways ausgesprochen. Weiterhin haben verschiedenen Fluglinien auf die Krise reagiert.

Luftraum für katarische Flugzeuge gesperrt

Aktuell ist bekannt, dass Ägypten, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain zu den Ländern gehören, welche Qatar Airways einen Überflug verweigern. Welche konkreten Auswirkungen Reisende zu erwarten haben, wie z. B. erhöhte Flug- oder Wartezeiten, ist aktuell noch unklar. Langfristig ist allerdings mit einem deutlichen Anstieg der Preise für Flugreisen nach Doha (Katar) zu rechnen, da durch entsprechend längere Flüge zusätzliches Kerosin verbraucht wird.

Flüge nach Doha gestoppt

Gestoppter Flug von Emirates in Dubai nach Doha

Gestoppter Flug von Emirates in Dubai nach Doha

Emirates, Fly Dubai, Saudi Arabian Airline und Etihad Airways stellen Flüge nach Doha ein

Die aus Dubai stammende Fluglinie Emirates stellt ihre Flüge nach Katar ein. Ebenso wie der Billigfluganbieter Fly Dubai, der ebenso aus Dubai stammt. Weitere Fluggesellschaften, die ihre Flüge in Richtung Hamad International Airport einstellen, sind die Fluggesellschaften von Bahrain, die Gulf Air, und die Saudi Arabian Airlines. Ebenso stoppt die, in den Vereinigte Arabischen Emiraten (VAE) beheimatet Airline Etihad Airways alle Flüge nach Doha. Ab Morgen, Dienstag den 06.06.2017, werden keine Flüge mehr in die Hauptstadt Katars angeboten.

Qatar Airways

Maschine von Qatar Airways landet in Doha

Maschine von Qatar Airways landet in Doha

Qatar Airways trifft die diplomatische Krise um Katar am stärksten, da sie eine Vielzahl von Verbindungen nach Saudi-Arabien, in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Ägypten und Bahrain anbietet. Qatar Airways zählt zu den meist ausgezeichneten Fluggesellschaften der letzten Jahre. Die Fluglinie Qatar Airways hat ihren Hauptsitz auf dem Hamad International Airport in Doha.

Hamad International Airport

Ebenso werden die Einschränkungen bei Flugreisen nach Doha einen empfindlichen Rückschlag für die Entwicklung des Hamad International Airport in Doha darstellen. Der Hamad International Airport in Doha ist neben dem Dubai International Airport und dem Abu Dhabi International Airport eines der bedeutendsten Flugreisedrehkreuze der Region. Diese bedeutenden Hubs ringen um Flugreisende, die sich zwischen Europa, Asien und Afrika bewegen.

Hintergrund der Isolation von Katar

Was ist der Hintergrund der Isolation von Katar?

Als offizielle Begründung für die Beendigung der diplomatischen Beziehungen zwischen Saudi-Arabien, dem Jemen, Bahrain, den Malediven, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten werden durch die Nachrichtenagentur Katars veröffentlichte angebliche Aussagen des Emirs von Katar genannt.

Katar isoliert im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Ira

Katar isoliert im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Ira

Saudi-Arabien und der Iran

Der wahre Hintergrund der aktuellen Eskalation zwischen Katar und Saudi-Arabien ist der Kampf des sunnitischen Saudi-Arabiens und des schiitischen Irans um die Vorherrschaft in der Golfregion, der seit längerem ausgetragen wird. Daher gehört auch Bahrain zu den Staaten, die versuchen, Katar zu isolieren, da das Land von sunnitischen Herrschern gelenkt wird, allerdings der überwiegende Teil der Bevölkerung der schiitischen Glaubensrichtung angehört. In den Vereinigten Arabischen Emiraten dominiert die sunnitische Glaubensausprägung. Lediglich bis zu 20 Prozent der Bevölkerung gehören der schiitischen Glaubenskonfession an. Ebenso gehören ca. 90 Prozent der ägyptischen Bevölkerung dem sunnitischen Islam an.

Schiiten vs. Sunniten?

Der aktuelle Konflikt zwischen Katar und Saudi-Arabien könnte somit, auf Basis der Glaubensverteilung in Saudi-Arabien, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägyptens, schnell als Konflikt der verschiedenen Glaubenskonfession des Islams abgetan werden. Oft wird hierbei auf einen seit Hunderten von Jahren bestehenden Glaubenskrieg verwiesen. Allerdings spricht gegen diese Darstellung der Fakt, dass die Anhänger der beiden Konfessionen über viele Jahre friedlich in der Region lebten.

Saudi-Arabien und der Iran

Vielmehr nutzt Saudi-Arabien die beiden Konfessionen als politisches Thema gegen den schiitischen Iran, den es als potentielle Bedrohung sieht. Dies geschieht seit der islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979. Seit dieser Zeit betrachtet die Regierung Saudi-Arabiens die arabischen Schiiten als Handlanger des Irans.

Somit ist der eigentliche Grund des Konfliktes zwischen Katar und Saudi-Arabien der Machtanspruch Saudi-Arabiens in der Golfregion, den Katar scheinbar nicht bedingungslos akzeptiert.